Bild: herthabsc

#HERTHAMUSEUM: Hans Eder – der 'Eiserne Gustav' wird 85!

In der 38. Ausgabe der Serie #HerthaMuseum steht Hans 'Gustav' Eder im Mittelpunkt. Die blau-weiße Vereinslegende begeht am Donnerstag (14.11.19) ihren 85. Geburtstag.

Berlin – Zur Saison 1962/63 verpflichtet Wolfgang Holst den fast 28-jährigen Hans Eder für eine zu diesem Zeitpunkt horrende Ablösesumme von 80.000 DM von Tennis Borussia. Doch die Verpflichtung eines der besten Spieler Berlins hat Signalwirkung: zuvor Wechselgedanken hegende Spieler bleiben dem Verein treu.  

Gelungener Einstand & Bundesliga-Debüt

Bereits in seiner ersten Saison hat der in Berlin geborene Verteidiger mit 23 Einsätzen und fünf Toren maßgeblichen Anteil am ungefährdeten Meistertitel in der Vertragsliga Berlin, der zur Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft berechtigt. Am letzten Spieltag ist Hans Eder beim 3:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern, dem einzigen Sieg der Gruppenphase, die Hertha BSC als Tabellendritter abschließt, über die gesamte Spielzeit mit von der Partie. Seit Januar 1963 ist es beschlossene Sache, dass die 'Alte Dame' zu den 16 Gründungsmannschaften der zur Saison 1963/64 neu eingeführten Bundesliga zählt. Beim 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg, das erste Spiel der Vereinsgeschichte in der höchsten deutschen Spielklasse, steht Eder im Berliner Olympiastadion in der Startelf. Im Verlauf der Saison sorgt er in 26 Spielen in der Berliner Abwehrreihe mit dafür, dass Hertha BSC als Tabellen-14. den Klassenerhalt sichert.

Zwangsabstieg & Bundesliga-Rückkehr

In der Bundesliga-Saison 1964/65, in der die Blau-Weißen sportlich erneut den Klassenverbleib sichern, ist Hans Eder als einziger Spieler neben Otto Rehhagel in allen 30 Partien dabei. Auch nachdem der Deutsche Fußball-Bund die Herthaner aufgrund von unerlaubten Handgeldzahlungen zu einem sehr umstrittenen Zwangsabstieg aus der Bundesliga verurteilt, bleibt der Defensivspezialist den Blau-Weißen treu. In den folgenden drei Spielzeiten, die Hertha BSC jeweils als Titelträger der Regionalliga Berlin abschließt, wirkt Eder in Ligabetrieb und Aufstiegsrunde in 66 von insgesamt 108 Pflichtspielen mit. Im dritten Anlauf glückt den Blau-Weißen die lang ersehnte Rückkehr ins Oberhaus, die von den Berlinern überschwänglich gefeiert wird.

Gesagt...

"Man muss sich zusammenreißen, um Erfolg zu haben!"

Hans 'Gustav' Eder

Vom Spieler zum Co-Trainer

Dieser Erfolg bildet den Abschluss der ereignis- und erfolgreichen Spielerkarriere von Hans Eder. Zur Saison 1968/69 wird der verdiente Herthaner von Helmut 'Fffi' Kronsbein als Trainerassistent berufen. Am 33. Spieltag der Saison 1971/72 kommt Eder im Alter von fast 38 Jahren am beim 1:1 gegen Arminia Bielefeld zu seinem unerwarteten 57. und letzten Einsatz in der Bundesliga, als der Mannschaft aufgrund von Sperren im Nachgang des Bundesliga-Skandals nicht mehr genügend Spieler zur Verfügung stehen.

Als Trainer Kronsbein im März 1974 dem Ruf seiner alten Liebe Hannover 96 folgt, betreut 'Gustav' Eder die Mannschaft der 'Alten Dame' für die verbleibenden neun Saisonspiele. Nach den Demissionen der Trainer Kuno Klötzer, Martin Luppen und Uwe Kliemann fungiert er in den folgenden Jahren mehrmals als Interimstrainer, um sich danach in höchstmöglicher Loyalität gegenüber den neuen Übungsleitern auf den Posten des Co-Trainers zurückzubegeben. Unter den Übungsleitern 'Fiffi' Kronsbein, Georg Kessler, Uwe Klimaschefski, Georg Gawliczek, Martin Luppen, Uwe Kliemann, Rudi Gutendorf, Jürgen Sundermann und Werner Fuchs wirkt Eder bis 1990 für Hertha BSC.   

Eine vorbildliche Persönlichkeit

Der ehemalige Verteidiger, dessen Beiname der Namensgleichheit und einer gewissen Ähnlichkeit mit dem erfolgreichen Boxer Gustav Eder entstammt, wird von den Spielern als 'harter Hund' und akribischer Arbeiter, respektiert. Seine Maxime lautet: "Man muss sich zusammenreißen, um Erfolg zu haben". Noch heute loben ehemalige Schützlinge das harte Training, denn die Spieler wissen, dass ihnen ohne die unter Eder erarbeitete Kondition eine lange Karriere wohl nicht vergönnt gewesen wäre. Auch wegen seiner immer offenen, ehrlichen und vorbildlichen Persönlichkeit ist er bei Hertha BSC jederzeit hochgeschätzt.

Hertha BSC bedankt sich bei Hans 'Gustav' Eder für seine herausragenden Verdienste um den Verein. Die Geschäftsführung, Gremien, Mitglieder, Mitarbeiter und Fans gratulieren ihm, verbunden mit den allerbesten Wünschen vor allem für seine Gesundheit, ganz herzlich zum 85. Geburtstag!

(fs/HerthaBSC)

Museum, 14.11.2019
Social