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#HERTHAMUSEUM: Sechserpack mit Viererpack

Die 24. Ausgabe unserer Serie #HerthaMuseum beschäftigt sich mit sechs Blau-Weißen, denen ein ganz besonderes Kunststück gelang: vier Tore in einem Spiel zu erzielen!

Berlin - Es ist ein besonderes Kribbeln, ein richtiger Adrenalinstoß, die pure Ekstase: das Toreschießen. In der Geschichte von Hertha BSC gibt es einige Spieler, die über die Jahrzehnte genau diesen Auftrag hatten - und es wieder und wieder taten. Ein halbes Dutzend Berliner hat es als treffsichere Torjäger ins Geschichtsbuch des Hauptstadtclubs geschafft: Wolfgang Gayer, Lorenz 'Lenz' Horr, Erich 'Ete' Beer, Jürgen Milewski, Thomas Remark und Bart Goor. Sie alle vollbrachten ein ganz besonderes Kunststück, sie allen schossen vier Tore in einem Spiel.
 
Vor fast genau 49 Jahren ist Gayer der erste Angreifer, der vier Mal für die 'Alte Dame' ins Schwarze trifft. Im April 1970 erzielt er am 32. Spieltag vor 22.209 Zuschauern im Olympiastadion beim 9:1 gegen Borussia Dortmund die Treffer zwei, vier, sechs und sieben. Gayer, der als zurückhaltend und bescheiden gilt, lehnt nach dieser Gala sogar einen Auftritt im 'Aktuellen Sportstudio' des ZDF ab. Etwa 13 Monate später ist es Publikumsliebling Horr, der im Mai 1971 die Zuschauer entzückt. Beim 6:2 gegen Eintracht Frankfurt trägt sich der Herthaner vier Mal in die Torschützenliste ein. Die 43.850 Zuschauer im weiten Rund sind begeistert.

'Ete' Beer stellt alle in den Schatten

Gleich zwei Mal vier Tore in einer Partie zu erzielen - das schafft Hertha-Legende 'Ete' Beer sogar innerhalb von 35 Tagen. Erst schießt der damalige Kapitän sein Team beim 5:0 gegen Bayer Uerdingen im August 1975 zum Erfolg, dann wiederholt er diesen Torreigen Anfang Oktober beim 6:2 bei Hannover 96. Lediglich Ausnahmeangreifer Gerd Müller vom FC Bayern München (1969/1970, 1976/77) sowie Dieter Müller vom 1. FC Köln (1976/1977) gelingt dieses Kunststück ebenfalls.
Im Dezember 1978 avanciert Milewski zum Held des Abends, als er beim 4:0-Erfolg gegen die Dänen vom EfB Esbjerg alle Treffer markiert und die Hauptstädter ins Viertelfinale des UEFA-Pokals ballert.

Nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga 1980 strebt Hertha BSC den direkten Wiederaufstieg an. Am 17. Spieltag der 2. Bundesliga Nord in der Saison 1980/1981 unterstreichen die Berliner dieses Vorhaben eindrucksvoll: Mit einem 8:0 fegen die Herthaner die SG Wattenscheid vor 13.000 Besuchern aus dem Olympiastadion. Vierfacher Torschütze in dieser Partie ist Remark, der die Treffer vier bis sieben beisteuert - bis zum heutigen Tage ist es der zweithöchste Sieg in einem Pflichtspiel.

Die Festspiele des Bart Goor

Letztmalig haben die blau-weißen Anhänger einen 'Viererpack' vor knapp 17 Jahren bejubelt. Im März 2002 ist der Hamburger SV zu Gast in der Hauptstadt - und ein Belgier drückt dieser Partie den Stempel auf: Goor. 36.238 Zuschauer werden Zeuge, wie der Außenbahnspieler zunächst das 1:0 einleitet und anschließend selbst als Torschütze in Erscheinung tritt. Beinahe im Alleingang besorgt er den Endstand zum 6:0, zwei Mal scheitert er sogar noch am Aluminium. Das Tor zum 4:0 ist überdies der 37.000 Treffer in der Geschichte der Bundesliga. Wir sind gespannt, wann der nächste Berliner so treffsicher sein wird.

(fs/HerthaBSC)

Museum, 15.04.2019