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Herthas U15 gedenkt den Opfern des Holocausts

Im Rahmen des internationalen U15 Holocaust-Gedenk Turniers zollen die U15 Mannschaften des Chelsea FC, Legia Warschau, Hertha BSC und des Gastgebers FC Banik Ostrava den Opfern von Auschwitz Tribut.

Berlin – Am Montag (04.11.19) reiste das U15-Team der Herthaner in die Tschechische Republik nach Ostrava, um im Geiste der Erinnerung sich nicht nur sportlich zu messen, sondern gemeinsam mit Mannschaften aus Polen, England und Tschechien die Geschehnisse des Holocausts aufzuarbeiten.

Am späten Montagnachmittag eröffnete die blau-weiße U15 das internationale Turnier gegen den Gastgeber FC Banik Ostrava. Mit einem 3:2-Sieg starteten die Jungs von Trainer Tobias Jung erfolgreich in den sportlichen Teil dieser Reise. Am Dienstagvormittag (05.11.19) folgte nach zweimal 20-minütiger Spielzeit eine knappe 0:1-Niederlage gegen den Chelsea FC. Anschließend beendete die U15 den Tag mit einem deutlichen 7:2-Erfolg gegen Legia Warschau erfolgreich. Somit wurde letztendlich das Turnier mit dem 2. Platz abgeschlossen, die Sieger vom Chelsea FC hatten zwar mit einem 3:3 das schlechtere Torverhältnis als der Verein von der Spree vorzuweisen (10:5), gewannen diesen Leistungsvergleich jedoch aufgrund des direkten Vergleichs. Der sportliche Aspekt dieser Bildungsfahrt war allerdings von Beginn an zweitrangig.

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Rubrik 08.11.2019
Bildungsreise Auschwitz November 2019

Nach knapp eineinhalb Wettkampftagen wurde der Fokus auf den sozial-gesellschaftlichen Teil der Bildungsfahrt gerichtet. Jede Mannschaft bekam im Vorfeld die Aufgabe, Interviews mit Zeitzeugen und Holocaust-Überlebenden zu führen. Am Dienstagabend präsentierten alle Mannschaften ihre Ergebnisse vor den anderen Teams. Herthas Nachwuchskicker arbeiteten das Leben von Walter Frankenstein auf, dessen Äußerungen über die Rolle der Fußball zu den Zeiten des Nationalsozialismus für ihn persönlich mit die interessantesten waren: "Damals durften jüdische Kinder nicht mehr zu Fußballspielen gehen. Wir sind aber trotzdem zu Spielen gegangen." Des Weiteren nannte er seine persönlichen Gründe, warum er weiterhin regelmäßig nach Deutschland kommt: "Ich komme heute nach Deutschland, um der Demokratie zu helfen, weiter zu existieren. Ich hoffe, dass ich, wenn ich hierherkomme, ein bisschen dazu beitragen kann, diese braune Flut einzudämmen." Walter Frankenstein erhielt 2014 das Bundesverdienstkreuz.

Im Anschluss an diese Vorträge bemalten die Teams noch sogenannte 'Foundation Stones', um gemeinsam das Vergangene zu reflektieren und für die Zukunft zu lernen. Diese Steine wurden am Tag danach mit nach Auschwitz, dem Zentrum des nationalsozialistischen Massenmordes, genommen. Vor Ort wurden die Jugendlichen durch das Stammlager geführt, um letztendlich im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau die bemalten 'Foundation Stones' niederzulegen. Sie repräsentieren eine Zukunft ohne Vorurteile, Diskriminierung oder jeglicher Form von Hass und gedenken der Opfer der Nazi-Verfolgung. Diese Steine werden später in das neuen britischen Holocaust-Mahnmal in London gelegt. Am späten Mittwochabend kamen die Blau-Weißen von ihrer Bildungsreise wieder in Berlin an. Abschließend bedankt sich Hertha BSC bei der Hertha BSC Stiftung und beim Verbundsystem Poelchau-Oberschule-Hertha BSC.  

(HerthaBSC/HerthaBSC)

U15, 08.11.2019
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